Die Klietzer Bockwindmühle

Bockwindmühlen sind der älteste Windmühlentyp in Europa. Charakteristisch für diesen Mühlentyp ist, dass das gesamte Mühlenhaus auf einem einzigen dicken Pfahl steht. Diese Konstruktion ermöglicht es, die Mühle bei Bedarf in den Wind zu drehen. Die im Jahr 1880 errichtete Klietzer Bockwindmühle leistete über viele Jahrzehnte ihre Arbeit für die Bauern der Region. Am 30 November 1952 drehten sich die Mühlenflügel zum letzten Mal. Seit ihrer Stilllegung verfiel die Mühle zusehends.

Auf Initiative von Klietzer Bürgern und durch Mithilfe der Bundeswehr konnten wesentliche Teile ausgebaut und eingelagert werden. Es bildete sich eine Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Klietzer Bockwindmühle, die mit Spendensammlungen einen Neustart der Mühle als „Technisches Denkmal“ ermöglichte.

Touristen, Schulklassen und Gäste des Schullandheimes können die Bockwindmühle, die Eigentum der Gemeinde ist, nach Anmeldung besichtigen.

Chronik der Klietzer Bockwindmühle
JahrEreignis
1870Die 1870 auf dem Klietzer Mühlenberg erbaute Bockwindmühle brannte in der Silvesternacht ab. Eine Brandursache wurde nie gefunden. Der damalige Müllermeister, Hermann Seeger, ließ an gleicher Stelle von Mühlenbauern aus Tangermünde eine neue Bockwindmühle errichten.
1880Die wieder aufgebaute Mühle wird fertig gestellt.
1919Hermann Seeger verkauft die Mühle an den aus Berlin stammenden Müllermeister Friedrich Mangelsdorf.
1922Friedrich Mangelsdorf stirbt im September.
1925Müllermeister Otto Hartstock erwirbt die Bockwindmühle von der Witwe Mangelsdorf
1930In den Jahren seit 1925 erfolgen umfangreiche Instandhaltungsarbeiten. 1930 läßt Müllermeister Hartstock einen elektrischen Anschluss verlegen und einen Elektromotor einbauen.
1946Nach dem Ableben des Müllermeisters übernimmt Walter Kurth die Mühle.
1952Am 30 November dreht sich der Mühlenflügel zum letzten Mal. Die Mühle wird stillgelegt.
Die Mühle verfällt zusehends.
1994Im November können durch Mithilfe der Bundeswehr das Kammrad, die Flügelstutzen und andere Geräte ausgebaut und in Räumen des früheren Forstbetriebes eingelagert werden. Es bildet sich eine Arbeitsgruppe als Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Klietzer Bockwindmühle. Es beginnt eine Spendensammlung.
1995Die Gemeinde Klietz erwirbt das Objekt. Und das Grundstück vom Bundesvermögensamt
1996Die Mühle wird durch die Denkmalschutzbehörde und das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt mit der Auflage der Wiederherstellung als „Technisches Denkmal“ bestimmt.
1997Zum Schutz gegen Verwitterung sorgen örtliche Firmen für ein provisorisches Dach. Ein Ablaufplan zur Wiederherstellung der Mühle wird gemeinsam mit dem Mühlenbauer Zecher aus Wittenburg erarbeitet. Der Gemeinderat plant dazu die entsprechenden finanziellen Mittel ein.
2020Im Sommer 2020 übergab der langjährige "Müller ehrenhalber" Rüdiger Sigmund die Mühlengeschäfte an Detlef Furchheim

Die Bockwindmühle Klietz
Wie funktioniert eigentlich so eine Bockwindmühle? – fragte Lothar Schirmer den Müller ehrenhalber Rüdiger Sigmund – und der gab professionelle Auskunft. Kameramann Claudius Fischer hielt die Momente in und an der Mühle fest und Sie sollten einfach einmal reinschauen.

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Amtsübergabe an der Windmühle

Einen Ehrenamtswechsel gab es in Klietz: „Müllermeister“ Rüdiger Sigmund übergab das Amt als Mühlenführer an „Gesellen“ Detlef Furchheim.

Zum Artikel der Volksstimme


 

Mühlenfest 2017 aus der Vogelperspektive

Eine ganz besondere Sicht auf das Mühlenfest in Klietz bietet in diesem Jahr Jörg Pürner. Mit seiner Drohne, ausgestattet mit einer Kamera, begleitet der PC-Spezialist viele Aktionen und Feiern in der Region. Zu seinem ganz individuellen Service gehören auf Wunsch Videos aus der Vogelperspektive und Luftaufnahmen Ihres Grundstückes – bei Bedarf auch gerahmt. Eine ideale Geschenkidee.

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Mai 2016 – Mühlenfest in Kieltz

Jedes Jahr am Pfingstmontag feiert ganz Deutschland den Mühlentag. Die Klietzer Bockwindmühle hatte geöffnet und neben interessanten Informationen über die Mühle gab es für die fast 200 Besucher Gegrilltes, Kaffee und Kuchen. Als Mitglied des Heimatvereins „De Dörplüe“ führte Rüdiger Sigmund durch die betagte Mühle. Das Publikum war bunt gemischt. Neben vielen Klietzern und Bewohnern der Region war sogar ein Parr aus Hessen dabei. Neugierde weckten die sich drehenden Mühlenflügel auch bei einigen der zur Zeit in Klietz untergebrachten Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan. So etwas kennen sie aus ihrer Heimat nicht.  Auch wenn der Wind für diese Jahreszeit zu kalt war, die Sonnenstrahlen, die sich immer wieder blicken ließen, sorgten bei den Besuchern für gute Laune.

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2013 – Hochwasser

Nach einem Dammbruch an der Elbe bei Fischbeck überflutete das Wasser mehrere Ortschaften. Der Klietzer See stieg so stark an, dass das Hochwasser bis zum Fuß des Mühlenbergs kam.


 

Termine: Im Gemeindebüro Tel. 03 93 27 / 2 38 oder Herrn Detlef Furchheim | Tel. 03 93 27 /